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Leserbrief
"Verwaltung misst mit zweierlei Maß" von Markus Rieder, Herxheim
- Rheinpfalz, 07.08.2009

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Mit Erstaunen las ich den Leserbrief zum Flammkuchenfest. Da versucht eine Gruppe der Dorfjugend, ein Fest auf die Beine zu stellen, um das Dorfleben zu bereichern. Durch kann der Verein die Jugendarbeit intensivieren und den örtlichen Jugendlichen eine Perspektive bieten, bei den oft trostlosen Möglichkeiten in kleinen Gemeinden. Man sollte auch daran denken, dass für jugendliche dadruch ein Anreiz besteht, in den Verein einzutreten, um sich zu engagieren.
Tagaus, tagein wird immer wieder gejammert, dass unsere Jugend nur noch Flatrate-Partys und Komasaufen im Kopf und auf der Straße rumlungert und man nicht weiß, wie man dies in den Griff bekommen kann. Ich weiß, wie: durch solche Angebote der Landjugend, die sich bemüht, was auf die Beine zu stellen. In vielen Gemeinden der Pfalz, wo es noch Landjugendgruppen gibt, funktioniert dies hervorragend. Doch was passiert? Die Stadt Landau erteilt keine Genehmigung und die ach so „freundlichen“ Nachbarn rufen sofort bei der Polizei an, die dann aktiv werden muss, weil es der Gesetzgeber so will. Die Buhmänner sind dann leider die Beamten vor Ort.(…)
Dies trägt nicht gerade zu einem harmonischen Dorfleben bei. Wie sagte schon 1843 August Heinrich von Fallersleben?: „Der größte Lump im ganzen Land, das ist und bleibt der Denunziant.“ Gerade diese Denunzianten sind es aber, die selber, solange es nicht vor ihrer eigenen Haustüre ist, kräftig bis in die Puppen feiern und keine Rücksicht auf andere nehmen.
Weit mehr als traurig ist es aber, dass man seitens der Verwaltung anscheinend mit zweierlei Maß misst und nach Gutdünken entscheidet. Mörlheim – nein danke, viel zu klein und nix zu kassieren. Nur weil beim Landauer Sommer mehr zu verdienen war, hat man die Genehmigung erteilt und der Landjugend (…) eine Absage erteilt. Armes Deutschland. Etwas mehr Fingerspitzengefühl und Verständnis wäre sicher angebracht gewesen. Man hätte der Landjugend sicherlich eine Genehmigung bis 24 Uhr erteilen können, ohne dass jemand dadurch seelische oder gar körperliche Schäden erlitten hätte. Macht weiter so und tut nix für Jugend. |
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Leserbrief
"Kein öffentliches Interesse" von Diana Holzwarth, Mörlheim
- Rheinpfalz, 23.07.2009

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Zum Flammkuchenfest am 18. Juli in Mörlheim.
Bei dem von der Mörlheimer Landjugend in Eigenregie organisierten Flammkuchenfest herrscht reger Andrang. Eine Jugendband unterhält das Publikum mit Live-Musik. Doch pünktlich um 22 Uhr erscheint das von einem/r Nachbarn/in vorsorglich bereits um 21.30 Uhr informierte Ordnungsamt und verlangt die sofortige Einstellung der Musik. Begründung: In Mörlheim besteht bei diesem, einmal im Jahr stattfindenden Fest „kein öffentliches lnteresse“ an Musik über 22 Uhr hinaus, In den Stadtdörfern scheint es andere Regeln zu geben als in der Stadt: beim „Landauer Sommer“ durften die Bands im öffentlichen Interesse freitags und samstags bis 1 Uhr spielen.
(...) Den Ordnungshütern ging es bei diesem (nicht so gebührenträchtigen) Fest (...) nur um das bestehende Recht. Dem Nachbarn/der Nachbarin ging es um ihre Ruhe — oder doch wohl eher nur darum, der Jugend den Spaß zu vermiesen? Übrigens:
Eine Sondergenehmigung wurde bereits im Vorhinein wegen fehlenden öffentlichen Interesses abgelehnt. |
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"Bei alten Leuten gut Wetter machen - Landjugend Mörlheim wünscht sich Treff"
- Rheinpfalz, 24.07.2002

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Jugendliche haben in Landau-Mörlheim eine Ortsgruppe der Pfälzer Landjugend gegründet. Sie stehen
noch ganz am Anfang ihrer Arbeit,
denn der Verein existiert erst seit
Ende Mai. Die Idee zur Gründung der
Landjugend in Mörlheim stammt von
ebenfalls jungen Leuten aus umliegenden
Gemeinden.
Nico (15) möchte mit der Gruppe
das Image der Jugend im Dorf verbessern.
Noch trifft man sich immer an
Bushaltestellen und in Gaststätten, da
es in Mörlheim keinen Jugendtreff
gibt. Besonders ältere Leute hätten
kein Verständnis für die oft lautstarken
Treffen auf der Straße. Mit guten
Gesten will die Landjugend sie nun besänftigen.
Sie möchte den Spielplatz
säubern, alte Bänke streichen und
graue Blumentöpfe bemalen. Sie will
außerdem einen Brunch für ältere Leute
organisieren oder sich beim Altennachmittag
einbringen.
Julia (16), die zu den ründungsmitgliedern
zählt, findet die Landjugend
gut, da sie dort ihre Freunde trifft und
auch neue Jugendliche kennen lernen
kann. Die jungen Leute denken nun
über eine Fahrradtour mit anschließendem
Grillen, eine Nachtwanderung
und eine Party nach. Zur Zeit treffen
sie sich noch zu Hause, da ihnen bisher
kein öffentlicher Raum zur Verfügung
steht. Sie hoffen allerdings,
dass sie bald einen
finden.
Norman (13) ist der Landjugend
beigetreten, da er
sich gerne mit anderen Jugendlichen
trifft und sich besonders
auf das geplante Zelten
freut. Sandra (17) nimmt
schon eifrig an Gruppenleiterseminaren
teil, um sich auf
ihre spätere Aufgabe in der
Gruppe gut vorzubereiten. In einem
solchen Seminar lernen die
Teilnehmer, wie sie neue Mitglieder
anwerben können. Es findet
auch ein Erfahrungsaustausch zwischen
Vertretern einzelner Vereine
statt. Außerdem werden Konzepte
für Freizeitgestaltung und Ausflugsplanung
vorgestellt.
In nächster Zeit ist ein Schnuppertauchkurs
geplant. Ein PC-Kurs wird
ebenfalls angeboten. Neben Partys
sind Videoabende, Spiel- und Bastelnachmittage
für Jüngere vorgesehen.
Die Jugendliche sind noch in der
Planungsphase, die Treffen verlaufen
ihrer Meinung nach witzig und locker.
Jeder kann sich einbringen. Es werden
Veränderungen besprochen und jedes
Mal kommen weitere Jugendliche hinzu.
Tobias (17) betont, dass jeder willkommen
sei. Man sollte allerdings unternehmungslustig,
kontaktfreudig
und verantwortungsbewusst sein. Neben
dem geeigneten Raum suchen die
Jugendlichen Möbel und eine Tischtennisplatte.
Bei der Deutschen Bahn hat
man nach einem alten Eisenbahnwagon
gefragt, den man auf die nicht
mehr genutzten Gleise stellen könnte.
Aber bis jetzt wartet man noch auf
eine Rückmeldung. Die Landjugend
wird sich auch bald beim Kulturkreis
vorstellen. Es laufen gerade Gespräche
mit der Stadt Landau, aber die Zuschüsse,
die gebilligt würden, seien
einfach zu gering, findet die Vorsitzende
Claudia Klingner-Kaufmann.
Noch haben die Jugendlichen in Landau-
Mörlheim einiges an Arbeit vor
sich. Doch sie beteuern, dass es ihnen
Spaß mache, alles für einen neuen
Treff zu tun. |
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